Hildebrand gestaltet Arbeitswelt neu

Elisabeth Wissler übergab die Einstiegsurkunde an Frank Hildebrand. Michael Merle (links), Klaus Repp (2.v.li.), Karl-Sebastian Schulte (2.v.re) und Norbert Kartmann (rechts) gratulierten zur erfolgreichen Audit-Teilnahme. Bild: Bauunternehmen Hildebrand

Das Butzbacher Bauunternehmen Hildebrand geht neue Wege, um für die Herausforderungen von morgen gerüstet zu sein. Als erster Handwerksbetrieb in Hessen entschied sich der Mittelständler für die Teilnahme am Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“. Ziel ist, die Arbeitsbedingungen zu optimieren, Fachkräfte zu binden und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Am Montag, den 3. September nahm Geschäftsführer Frank Hildebrand in feierlichem Rahmen die Einstiegsurkunde für das innovative Projekt entgegen.

Bundesweit stehen Unternehmen vor denselben Herausforderungen: Demografische Entwicklung, fortschreitende Digitalisierung, globaler Wettbewerb sowie der Wunsch der Beschäftigten nach flexiblen Arbeitsmodellen und fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten wandeln den Arbeitsmarkt. Deswegen unterstützt die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) mit dem Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ private und öffentliche Betriebe bei der Gestaltung der Arbeitswelt von morgen. Das Audit wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und als einziges Angebot seiner Art von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Kammern, Politik und Bundesagentur für Arbeit gemeinsam getragen. Bisher haben deutschlandweit acht klassische Handwerksunternehmen das Audit durchlaufen oder sind aktuell damit beschäftigt. Neben Hildebrand gehören zwei Elektro- und zwei Friseurbetriebe, ein Gebäudereinigungsunternehmen, ein Fachbetrieb für Restaurierung und ein Unternehmen aus dem Bereich Sanitär-Heizung-Klima daz

Prominente Redner

Welchen Stellenwert dieses Leuchtturmprojekt hat, zeigt die prominent besetzte Liste von Rednern, die anlässlich der Urkundenübergabe nach Butzbach kamen. So warb der Hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann, der in seiner Jugend als Ferienjobber das gute Betriebsklima bei Hildebrand zu schätzen lernte, in seiner Ansprache dafür, dass eine Unternehmenskultur Schule macht, die auf Fairness und Respekt setzt. Dies könne jedoch nur gelingen, „wenn es von der Unternehmensleitung vorgelebt wird“.

„Qualifiziertes Personal zu finden und langfristig zu binden, ist anspruchsvoller denn je“, stellte Karl-Sebastian Schulte fest, Geschäftsführer des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin und zugleich Mitglied im Steuerkreis der INQA. „Unternehmen sind im Wettbewerb um Fachkräfte gefordert, die Qualität der Arbeit in ihrem Betrieb zu verbessern. Das INQA-Audit unterstützt Unternehmen und Verwaltungen jeglicher Größe dabei, ein besseres Arbeitsumfeld zu entwickeln. Am Ende des Prozesses steht neben einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur vor allem ein wettbewerbsfähiger Arbeitgeber, der für Nachwuchs und Fachkräfte attraktiv ist“, weiß er aus Erfahrung zu berichten. Denn der ZDH hat das Audit bereits erfolgreich durchlaufen.

Auch Klaus Repp, der als Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden gratulierte, hofft, dass viele Unternehmen dem Beispiel von Hildebrand folgen werden. Dabei hob er die Integrationsarbeit sowie das Engagement von Hildebrand für Ausbildung und Mitarbeiterbindung hervor. Zugleich sagt er interessierten Betrieben Unterstützung zu: „Wir halten eine Reihe von Angeboten bereit. Diese reichen von der Aus- und Weiterbildung in unseren Berufsbildungs- und Technologiezentren, über die fachmännische Beratung in betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Angelegenheiten bis hin zur attraktiven Ansprache des Nachwuchses.“ 

Von guten Erfahrungen mit Hildebrand als Partner beim Bauen berichtete der Butzbacher Bürgermeister Michael Merle, der zugleich ein gemeinsames neues Bauvorhaben ankündigte: Auf einer Fläche Ecke Am Hetgesborn 13 / An der Koppelwiese 1 entsteht im Auftrag der Butzbacher Wohnbaugesellschaft eine Anlage mit 22 barrierefreien Sozialwohnungen. Das erste Projekt dieser Art in Butzbach „nach rund fünfzig Jahren“, unterstrich das Stadtoberhaupt. 

Familienunternehmen mit guter Atmosphäre

Für die Stadt Butzbach war Hildebrand schon mehrfach tätig. Bürgermeister Merle nannte die Mehrzweckhalle und den Kirchgönser Kindergarten als jüngste Belege der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem 1860 gegründeten Unternehmen. Frank Hildebrand leitet den Familienbetrieb heute in der fünften Generation. In Mittelhessen erkannte er als einer der Ersten, welche Chancen das Audit bietet, um auch morgen noch zukunftssicher aufgestellt zu sein. Denn das Unternehmens legt seit je her großen Wert auf ein positives Arbeitsumfeld und eine gute Atmosphäre. „Als zertifiziertes Unternehmen erhöhen wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber und haben im Wettbewerb um die besten Fachkräfte die Nase vorn. Das sichert uns auch eine gute Position in der Branche“, ist Frank Hildebrand überzeugt.

Die Wurzeln des regional tätigen Bauunternehmens liegen im Handwerk. Hohe Qualität in Planung und Ausführung ist daher oberstes Gebot für die rund vierzig Mitarbeiter. Schwerpunkte sind der Hoch- und Tiefbau, der Schlüsselfertigbau und der Bauträgerbereich. Dank des umfangreichen Leistungsspektrums findet Hildebrand stets passende Lösungen für die unterschiedlichsten Bauwünsche. Vom individuellen Architektenhaus bis zur Renovierung eines Altbaus, vom Kleinauftrag bis zur Realisation komplexer Bauprojekte deckt der Mittelständler ein breites Spektrum ab. Sowohl für die öffentliche Hand als auch für gewerbliche und private Bauherren ist Hildebrand tätig. „Dabei betrachten wir das jeweilige Projekt ganzheitlich und stehen dem Bauherrn in vielen Fragen mit unserem Know-how zur Seite“, betont Hildebrand. Zahlreiche Referenzen im mittelhessischen Raum belegen die Kompetenz und Leistungsfähigkeit des Traditionsunternehmens. Derzeit errichtet Hildebrand unter anderem in Butzbach ein großes Wohn- und Geschäftshaus für die Volksbank Butzbach, mehrere Mehrfamilienhäuser im Raum Butzbach/Friedberg, diverse Schulumbauten im Raum Friedberg sowie mehrere schlüsselfertige Einfamilienhäuser im Raum Butzbach/Friedber

Offizielle Urkundenübergabe

Von dem Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ erfuhr Frank Hildebrand im vergangenen Jahr. Elisabeth Wissler, Inhaberin des Beratungsunternehmens Transition Consulting & Coaching mit Sitz in Butzbach, stellte ihm das Projekt vor. Sie berät Unternehmen in Übergangs- und Veränderungsprozessen. Als von der INQA autorisierte Prozessbegleiterin betreut sie die Audits im hiesigen Raum. In dieser Funktion überreichte sie Frank Hildebrand offiziell die Audit-Einstiegsurkunde. Diese ist zugleich das Startsignal für die nächste Projektphase, in der die geplanten Maßnahmen sukzessive umgesetzt werden. Voraussichtlich eineinhalb Jahre veranschlagt Wissler für die zweite Projektphase, die sie ebenfalls kompetent begleiten wird. Den Schlusspunkt wird die feierliche Übergabe der Auszeichnung „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ setzen, zu der Vertreter des Unternehmens nach Berlin in die Räume des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales eingeladen werden und die Urkunde aus den Händen des Bundesarbeitsministers entgegennehmen werden. 

Projektgruppe erarbeitete Maßnahmen

 „Hildebrand ist Audit-Pionier im Großraum Gießen-Friedberg,“ erläutert Wissler und ergänzt, “die erste Prozessphase haben wir inzwischen erfolgreich abgeschlossen. In den zurückliegenden Monaten haben wir die Mitarbeiter und die Geschäftsführung befragt und mit der Projektgruppe einen Entwicklungsplan erarbeitet.“ Wissler moderierte die Treffen. Mitarbeiter und Geschäftsführung setzten sich dazu an einen Tisch.

In Workshops wurden die Ergebnisse analysiert und besprochen. „Dabei diskutierten wir durchaus unterschiedliche Erwartungen“, berichtet Frank Hildebrand. Hieraus entwickelte die Gruppe schließlich einen Katalog geeigneter Aktivitäten. So beschäftigte sich das Team beispielsweise mit der Weitergabe und der Dokumentation von Wissen, vor allem im Hinblick auf verdiente Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen. Auch wie sich Stress reduzieren lässt und die Mitarbeiter gesund und fit bleiben, waren Aspekte, mit denen sich die Gruppe beschäftigte. „Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass alle Verbesserungsvorschläge gemeinsam besprochen und die Maßnahmen einvernehmlich beschlossen werden. Was von allen Beteiligten akzeptiert und gemeinsam getragen wird, hat bessere Aussichten auf eine erfolgreiche Umsetzung“, weiß Wissler aus langjähriger Erfahrung. 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Unternehmen: www.hildebrand-bau.de

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