#INQAAuditOnTour

Mit einer Rundmail ist es nicht getan

Rolf Klöcker, Nicola Peschke, Gertrud Baum, Nicole Thielen, Heike Iven (v.l.n.r.), Fotograf: Michael Schmehler

Mein erster Halt mit der #INQAAuditOnTour ist das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Euskirchen e.V. (DRK KV Euskirchen). Als Hilfsorganisation und Wohlfahrtsverband mit insgesamt 40 unterschiedlichen Einrichtungen im Kreis Euskirchen und rund 800 hauptamtlichen Mitarbeitenden, ist der Verband dezentral aufgestellt. Ständige und schnelle Veränderungen gehören zum Alltag.

Ich muss mich nicht lange fragen, was das INQA-Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ dort bewirkt und welche Spuren es hinterlassen hat. Am Bahnhof Euskirchen werde ich von Nicole Thielen, Sekretariat Geschäftsführung, sehr herzlich in Empfang genommen. Bereits im Auto kommen wir dazu ins Gespräch: „Das Miteinander, das Verständnis für die einzelnen Arbeitsbereiche und der wechselseitige Austausch ist stärker geworden. Wir sind näher zusammengewachsen“, sagt sie und meine Vorfreude auf den Termin mit ihr, Rolf Klöcker, Geschäftsführung, Gertrud Baum, Kita-Leitung und Heike Iven, Leitung Familienbildung steigt.

In der Zentrale und im Besprechungsraum angekommen geht es gleich los. Schnell kristallisiert sich heraus, dass beim DRK KV Euskirchen der Fokus auf den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt: „Man kann viel tun als Arbeitgeber, aber wenn das an dem Bedarf der Belegschaft vorbeigeht, hilft das nicht. Es ist wichtig von den Mitarbeitenden zu erfahren, wo sie Bedarf sehen, was sie brauchen, damit sie sich wohlfühlen“, sagt Rolf Klöcker mit Blick auf den Abgleich der Befragung der Geschäftsführung und des Mitarbeiter-Feedbacks, die das Audit mitbringt.

Leitfaden für Mitarbeitergespräche gemeinsam entwickelt

Die Beteiligung der Mitarbeitenden am INQA-Audit hat Rolf Klöcker beeindruckt, auch dass erstmals aus allen Bereichen Kolleginnen und Kollegen aktiv an einem Veränderungsprozess mitgewirkt haben. Nicole Thielen erklärt das so: „Das INQA-Audit fördert gute Arbeitsbedingungen. Sich dafür einzusetzen ist eine Chance für uns als Mitarbeitende: eine Chance etwas auf den Weg zu bringen, etwas zu verändern und unseren Arbeitsalltag zu erleichtern. Diese Chance haben wir bereichsübergreifend genutzt.“

Video-Statement Heike Thielen

 

Ganz konkret gehen Kolleginnen und Kollegen nun offener aufeinander zu, um voneinander zu lernen. Auch wurden Mitarbeitergespräche flächendeckend eingeführt. Den Leitfaden dazu haben Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Bereichen, der Betriebsrat und die Geschäftsführung gemeinsam entwickelt.

Informationsfluss, Transparenz und Kommunikation sind für Rolf Klöcker elementare Bücken für ein erfolgreiches Miteinander. Gleichzeitig bezeichnet er diese Themen als große Herausforderung. Das Audit schafft die nötigen Rahmenbedingungen, um Entwicklungen in diesen Bereichen zu ermöglichen. „Aufgrund unserer dezentralen Struktur ist es besonders wichtig, alle Kolleginnen und Kollegen zeitnah über Veränderungen oder Entscheidungen zu informieren.“ Dabei spielt für ihn das Verständnis für das „Warum“ eine große Rolle. „Und da ist es nicht nur mit einer Rundmail getan“, sagt Rolf Klöcker.

Projektgruppe fördert selbstverantwortliches Handeln und ist auch nach Abschluss aktiv

Alle in der Runde sind sich einig, dass das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ durch seine strukturierten Prozessschritte und die hierarchie- und bereichsübergreifend besetzte Projektgruppe zum Erfolg des DRK KV Euskirchen beiträgt. Zudem ist es auch der Blick von außen, mit dem die Prozessbegleiterin Astrid Laudage die Projektgruppe gelenkt hat. „Frau Laudage haben wir als Impulsgeberin gesehen. Die Gruppe war gefragt, diese Impulse aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Dabei haben wir uns auf unsere eigene Expertise besonnen. Das hat uns enorm beflügelt, auch unsere Klienten spüren das“, kommentiert Gertrud Baum die Situation.

Die Projektgruppe hat sich dauerhaft etabliert, erfahre ich im weiteren Verlauf des Gesprächs. Hier wird nachhaltig und hierarchieübergreifend gemeinsam Personalentwicklung und Unternehmenskultur gestaltet. Ganz aktuell steht das Thema Wissenstransfer auf der Agenda. Es wird an verschiedenen Möglichkeiten der Informationsweitergabe gearbeitet, die in den unterschiedlichen Einrichtungen getestet werden. Die größte Herausforderung besteht darin, für jede Einrichtung die beste Lösung zu finden.

„Das INQA-Audit hat bei uns Strukturen etabliert, die uns zur Orientierung dienen. Mit diesen Strukturen können wir besser den Blick darauf richten, wie wir miteinander umgehen wollen“ fügt Heike Iven hinzu. „Ich bin als Arbeitgeber auch mutiger geworden, bestimmte Dinge persönlich anzusprechen und einzufordern. Strukturen erleichtern die wechselseitige Kommunikation“, schließt Rolf Klöcker an.

Ob sich das DRK KV Euskirchen durch das Audit zukunftsfähig aufgestellt glaubt, frage ich in die Runde. Geschäftsführer Rolf Klöcker beantwortet das mit diesen Worten: „Es ging mir nicht darum, eine Plakette an die Tür oder ein Zertifikat an die Wand zu hängen. Ein wertschätzendes Miteinander, eine gesunde, motivierte, innovative und zufriedene Belegschaft liegen mir am Herzen. Auf diesen Weg haben wir uns mit dem Audit gemacht und gehen damit gestärkt in die Zukunft.“ Durch das Audit ist die Identifikation mit dem Arbeitgeber nochmal gewachsen, bestätigen Nicole Thielen, Gertrud Baum, Heike Iven und Rolf Klöcker und der Stolz über das gemeinsam Erreichte ist Ihnen anzusehen und anzuhören.

Das war der Auftakt von #INQAAuditOnTour. Ich bedanke mich für den wertschätzenden und offenen Austausch. Nächste Station ist die Adler Modemärkte AG in Haibach. Ich freue mich darauf. 

#INQAAuditOnTour hat sich auf den Weg gemacht, um mit Unternehmen und Verwaltungen über Motivationen, Herausforderungen, Erfolge, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit in ihrem Change Prozess zu sprechen. Alle Organisationen haben das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ erfolgreich durchlaufen. Was hat es bewirkt, was bleibt? 

Über Nicola Peschke
Nicola Peschke hat das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ von 2012 bis heute im Pilotbetrieb unter Leitung der Bertelsmann Stiftung koordiniert und inhaltlich mitentwickelt. Twitter: @NicolaPeschke.

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